Let’s get physical! – Der physische POS als Erlebnisort

von | Mai 13, 2019

Der physische POS dem Untergang geweiht?

Das klassische Einkaufserlebnis kann anstrengend sein: Man muss raus gehen, den Weg zum POS auf sich nehmen, Parkplatz finden, Schlange stehen an der Kasse, klein Julian möchte noch einen Lolli, Parkgebühr zahlen… 

Der Aufstieg des E-commerce hat pessimistischen Stimmen in den letzten Jahren Anlass geboten, die Apokalypse für den stationären Handel zu prophezeien.Häufig werden dadurch Online und Offline Handel gegeneinander aufgewiegelt. Das Ladensterben in Stadtzentren trägt zusätzlich zur trostlosen Stimmung bei. 

Trotz dieser scheinbaren Aussichtslosigkeit der Situation, plädieren wir für eine Rückbesinnung auf die inhärenten Stärken des stationären Handels.

Erlebnisorientiert

Es gibt viele Möglichkeiten, dem Kunden ein Einkaufserlebnis zu bieten, das dieser positiv in Erinnerung behält und ihn dazu motiviert, den physischen POS gerne aufzusuchen. 

Das Erlebnis an sich steht im Vordergrund und dieses wird bestimmt durch den freundlichen Service, die gut strukturierte Kundenführung und last but not least das Design der Einrichtung und die Präsentation der Produkte durch Visual Merchandising. 

Laut Studien geben Millennials, aber auch deren Nachfolger Generation Z, mehr Geld aus für Erlebnisse als für Konsumgüter. Sie geben auch an, dass das Ausprobieren der Produkte vor Ort einen wichtigen Faktor darstellt bei der Kaufentscheidung. Das Erlebnis vor Ort im Ladengeschäft trägt massgeblich zu diesem Entscheid bei.

Nähe zum Kunden

Die viel gepriesene Kundenorientierung lässt sich besonders gut gleich vor Ort umsetzen. Neben empathischem Verkaufspersonal, können zusätzlich durch Wi-Fi positioning und sogenannten Beacons die Bedürfnisse des Shop-Besuchers erkannt und auf diese eingegangen werden. 

Die jeweilige Dauer des Aufenthaltes an gewissen Standorten innerhalb des Shops kann durch das Wi-Fi Signal des Smartphone des Kunden ermittelt werden. Somit können Rückschlüsse auf dessen Interessen gezogen werden. Die mit diesen Daten erstellten Kundenprofile dienen als Grundlage für individuelle Produktvorschläge und Rabattgutscheine. Diese können den Kunden mit entsprechender App mittels Beacon direkt auf das Smartphone zugestellt werden. 

Diese Anwendung des Internet of Things befindet sich in der Anfangsphase, hat jedoch unserer Meinung nach das Potenzial, die sogenannte Seamless Customer Journey Realität werden zu lassen. 

Die Digitalisierung des Ladengeschäfts erlaubt dem stationären Handel, Verhaltensmuster der Kunden auf eine Weise zu erfassen, die ansonsten dem E-commerce vorbehalten war.

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Connected Retail

Für ein Beispiel eines erfolgreichen Zusammenspiels von Online- und Offlinekanälen sorgt Zalando mit seinem Connected Retail Konzept, bei dem bestellte Produkte von den Stores des jeweiligen Brands in geografischer Nähe des Konsumenten versandt werden. 

Dieses Vorgehen bietet allen Beteiligten Vorteile und zeigt, dass sich E-commerce und physischer POS unter den richtigen Bedingungen nicht als Konkurrenz sehen müssen, sondern sich ideal ergänzen können. 

Insbesondere Millennials und die Generation Z nehmen für Käufe, die sie online tätigen, häufig die Dienste des physischen Stores in Anspruch, wenn sie Produkte vor Ort testen möchten. Der Store wird somit vermehrt zum Showroom, bei dem der persönliche Service und die Präsentation der Produkte im Vordergrund steht. 

Bei einer funktionierenden Kooperation würden Bedingungen festgelegt, welche die negativen Folgen des sogenannten Showrooming kompensieren, sodass es nicht relevant ist, ob die Bezahlung der Produkte online oder vor Ort vonstatten geht.

Unsere 4 Tipps für erfolgreiche Einkaufserlebnisse:

1. Kundenorientierung

Auf die Bedürfnisse und Wünsche des Shop-Besuchers kann durch das empathische Personal vor Ort eingegangen werden. Zusätzlich bietet das Internet of Things die Möglichkeit auch auf digitaler Ebene den Kunden zuzuhören und ihnen so die Suche nach dem richtigen Produkt zu erleichtern.

2. Visual Merchandising

Mit der kreativen Gestaltung von Schaufenstern und Promotionsständern und deren regelmässigen Auffrischung, kann ein attraktiver Wow-Effekt erzielt und Neugierde geweckt werden.

3. Store Check

Ein professioneller Store Check gibt Auskunft darüber, inwiefern Kundenführung, Warenpräsentation, Beleuchtung, Flächennutzung, sowie die Arbeitsprozesse optimiert werden können.

4. Mystery Shopping

Da der persönliche Kontakt mit kompetentem, freundlichen Personal eines der grössten Vorteile von physischen Stores gegenüber E-commerce Plattformen darstellt, lohnt es sich diesbezüglich professionelles, neutrales Feedback von aussen einzuholen.

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