Hightech trifft Erdung
Der bewusste Gegensatz zwischen der technisch-kühlen Showküche und erdigen Materialien prägt das Raumkonzept. Edelstahl Glas und Licht vermitteln Präzision während rohe Oberflächen und warme Töne Tiefe schaffen.




Client, Familie Wiesner Gastronomie AG
Zürich, Schweiz
2025
Leonit Ibrahimi

Im Zentrum des rund 80 m² großen Take-away-Lokals am Hauptbahnhof Zürich steht die Showküche – bewusst offen, sichtbar und kompromisslos präzise. Ausgeführt in Chromstahl, mit klarer Laborästhetik und kalten Lichtquellen, wird hier das Sushi-Handwerk inszeniert wie ein Experiment: sauber, konzentriert, transparent. Die Küche wird zur Bühne, auf der Präzision, Geschwindigkeit und Qualität erlebbar werden – ein klares Statement für handwerkliche Exzellenz im urbanen Kontext.
Hightech trifft Erdung



Japanische Symbolik neu interpretiert


Die aufgehende Sonne im Detail




Für die Familie Wiesner Gastronomie AG realisierten wir am Hauptbahnhof Zürich eine Negishi Sushi Bar, die Take-away, Konsumationsfläche und Showküche auf rund 80 m² vereint. Ziel war es, das Sushi-Handwerk in einer der höchstfrequentierten Lagen der Schweiz so nah wie möglich an den Gast zu bringen – sichtbar, präzise und erlebbar, ohne die Effizienz der Self-Order- und Pick-up-Abläufe zu beeinträchtigen.
Im Zentrum des Layouts steht die offen inszenierte Showküche, bewusst als Herzstück des Raumes positioniert. Die Planung folgte einem klaren Spannungsfeld: maximale Sitzplatzdichte bei gleichzeitig flüssigen Bewegungsachsen für Bestellung, Abholung und Konsumation. Die Showküche wurde so angeordnet, dass sie aus nahezu allen Blickwinkeln erlebbar ist und das Handwerk zum integralen Bestandteil des Gästeerlebnisses wird – ohne operative Kompromisse im Betrieb.
Die räumliche Inszenierung folgt einer narrativen Idee, wie sie für Projekte der Familie Wiesner Gastronomie charakteristisch ist. Die Geschichte erzählt von einem japanischen Bahnhof, unter dem bei Umbauarbeiten die Ruinen eines historischen Edo-Gartens freigelegt werden. In und um diese archäologische Fundstätte entsteht ein modernes Sushi-Restaurant, das die Geschichte respektiert und weiterträgt, statt sie zu überdecken.
Diese Idee manifestiert sich räumlich im sogenannten Edogarden: erdige, felsartige Strukturen, Terracotta-Bricks mit abstrahiertem Sonnensymbol sowie eine Wandarbeit mit zwei Störchen, die der aufgehenden Sonne entgegenfliegen – eine subtile, aber klare Referenz an Japan. Der Kontrast zur hochpräzisen Chromstahl-Showküche mit Laborästhetik verstärkt die Spannung zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
Die Layoutplanung folgte klaren Bewegungsachsen zwischen Bestellung, Pick-up und Konsumation. Ziel war es, möglichst viele Sitzplätze zu integrieren, ohne Kreuzungen oder Störungen im Betriebsablauf zu erzeugen. Die zentrale Positionierung der Showküche ermöglicht Sichtbarkeit aus nahezu allen Bereichen, während Verkehrsflächen bewusst kompakt, aber intuitiv gehalten wurden.
Die Showküche wurde in Chromstahl mit einer bewusst laborhaften Ästhetik gestaltet. Kalte, präzise Lichtquellen rücken Technik, Sauberkeit und Handarbeit in den Fokus. Die Architektur dient hier nicht als Hintergrund, sondern als Verstärker des handwerklichen Prozesses – transparent, ehrlich und funktional.
Ja. Sämtliche Entscheidungen – von der Layoutdichte über die Materialwahl bis zur Lichtführung – wurden auf Langlebigkeit, einfache Reinigung und klare Betriebslogik ausgelegt. Das Resultat ist ein robustes Gastronomiekonzept, das auch bei hoher Frequenz konsistent funktioniert und gleichzeitig eine starke räumliche Identität bewahrt.
15-minütiges Intro-Gespräch zur Zieldefinition