Für die Vinothek Brancaia entwickelten wir ein Innenarchitektur-Konzept, das Retail nicht als statische Lagerfläche, sondern als dynamische Brand Experience versteht. In einem gesättigten Markt wie Zürich-Seefeld reicht Ästhetik alleine nicht aus; der Raum muss aktiv zum Verkauf beitragen. Unsere Analyse der bestehenden Substanz ergab ungenutzte Potenziale in der Raumtiefe, die wir durch einen gezielten baulichen Eingriff – den Durchbruch zum Lager – aktiviert haben.
Design-Narrativ: Industrial Heritage & Terroir
Das gestalterische Narrativ zitiert die funktionale Ästhetik von Weinkellereien. Rohstahl-Strukturen und massives Holz bilden einen bewussten Kontrast zur Exklusivität der Produkte und erzeugen eine „Ehrlichkeit“ im Raum, die Vertrauen schafft. Die Materialisierung lehnt sich an klassische Weinkisten an und verankert das Projekt visuell in der Welt des Weinbaus. Das Lichtkonzept fungiert als Kurator: Es führt den Blick von den Klassikern zu den Raritäten und schafft in den Degustationszonen eine intime, wohnzimmerähnliche Atmosphäre, die zum Verweilen und Kaufen einlädt.
Funktionalität im Fokus: Umsatzsteigerung durch Flächenaktivierung
Der entscheidende Hebel bei diesem Umbau war die Flächeneffizienz. Durch das Einreissen der Trennwand wurde die „tote Fläche“ des Lagers in den Verkaufsraum integriert. Diese visuelle Erweiterung lässt das Sortiment tiefer und kompetenter wirken. Gleichzeitig wurden die Retail-Abläufe im Kassen- und Degustationsbereich so ergonomisch geplant, dass das Personal auch bei Events maximale Servicequalität bei minimalem Zeitaufwand leisten kann.
Ganzheitliche Umsetzung
Von der initialen Retail-Analyse und Bauplanung über die Materialisierung und Möbel-Massanfertigungen bis hin zur Koordination aller Gewerke wurde das Projekt vollständig von GALA als Generalplaner umgesetzt. Das Resultat ist ein zeitloser Flagship-Store, der die Markenidentität von Brancaia stärkt und die Wirtschaftlichkeit des Standorts nachhaltig sichert.