Strategische Beratung & Analyse
Wir schaffen strategische Klarheit für Innenarchitekturprojekte im öffentlichen Raum und entwickeln belastbare Grundlagen für funktionale, wirtschaftliche und wirkungsvolle Räume.

was wir liefern
Strategische Beratung ist keine Vorstufe zum Entwurf, sondern seine Voraussetzung. Bevor ein Grundriss entsteht, ist bereits entschieden, ob eine Fläche überhaupt leisten kann, was von ihr erwartet wird: Frequenz aufnehmen, Menschen führen, Umsatz tragen, einen Betrieb störungsfrei laufen lassen. Diese Fragen lassen sich nicht gestalterisch beantworten – sie müssen analysiert werden.
Innenarchitektur im öffentlichen Raum steht immer im Spannungsfeld zwischen Nutzung, Marke, Betrieb und Wirtschaftlichkeit. Restaurants, Bars, Läden oder Arbeitswelten müssen nicht nur gut aussehen, sondern funktionieren – für Gäste, Mitarbeitende, Betreiber und Marken gleichermassen. Deshalb setzt GALA Design vor den Entwurf eine nüchterne Prüfung von Standort, Nutzung, Betrieb und Zielgruppe, aus der ein belastbares Nutzungskonzept hervorgeht.
Wir betrachten Räume dabei nicht als statische Flächen, sondern als Systeme, die Verhalten steuern, Aufenthaltsqualität beeinflussen und wirtschaftliche Leistung mitprägen. Wo Flächenproduktivität, Kundenführung und betrieblicher Ablauf zusammenpassen, wird Gestaltung wirksam. Wo sie sich widersprechen, kaschiert auch ein gutes Design den Fehler nur – und der Betrieb zahlt ihn jeden Tag ab.

Raumstudie und Standortanalyse vor dem Entwurf
Eine Raumstudie klärt, was eine Fläche kann, bevor Geld in die Planung fliesst. Wir lesen Lage, Umfeld, Erschliessung und Frequenz, prüfen Sichtbarkeit von aussen, Eingangssituation und Anlieferung und zeichnen die Wege nach, die Menschen im Innern nehmen werden. Daraus entsteht eine Bewertung der Flächenproduktivität: Welche Zonen tragen Ertrag, welche sind Durchgang, welche kosten nur Miete.
Besonders tragfähig ist diese Vorprüfung bei Umnutzungen. Wer eine Gewerbefläche neu belegt oder ein bestehendes Ladenlokal umbaut, arbeitet fast immer gegen den Bestand: Raumhöhen, Statik, Haustechnik und bestehende Erschliessung setzen Grenzen, die sich nicht wegentwerfen lassen. Bei Kilo + Gramm in Tägerwilen (2019) wurde aus einer ehemaligen Metzgerei ein Unverpackt-Laden – eine Umnutzung, die im Bestand entschieden wird und nicht am Reissbrett. Wir machen solche Grenzen früh sichtbar und beantworten die Frage nach der Machbarkeit, solange sie noch wenig kostet. Das Ergebnis einer Raumstudie ist kein Bild, sondern ein Urteil – und damit eine Entscheidungsgrundlage, die auch gegen ein Projekt sprechen darf.
Ladenkonzept entwickeln – Beratung für Retail und Ladenbau
Im Retail entscheidet die Fläche über den Umsatz. Ein Ladenkonzept muss die Verkaufsstrategie räumlich übersetzen: Wo beginnt der Kundenweg, wo verlangsamt er sich, wo steht Beratung, wo Ware, wo die Kasse. Wir analysieren Sortiment, Beratungsintensität und Verweildauer, bevor wir über Möblierung, Material und Licht sprechen.
Wie unterschiedlich diese Analyse ausfällt, zeigen unsere Retail-Projekte. Photo Vision Zumstein (2025) ist ein Fotofachgeschäft, in dem Beratungsgespräch und Produktinszenierung dieselbe Fläche teilen. Brand Sport Gstaad (2025) verkauft Ski- und Sportbekleidung und trennt dafür Verkauf und Verleih klar voneinander. Smokee (2025) ist ein kompaktes Ladenlokal, das Verkauf und Treffpunkt gleichzeitig sein soll. Die Vinothek Brancaia im Seefeld (2022) ist eine Weinhandlung, in der die Produktpräsentation den Verkauf trägt, Opera Watches (2018) eine Boutique im Luxussegment auf minimaler Fläche. Für Die Neue Alte Apotheke in Aarau (2023) entstand ein Apothekenkonzept, das eine eigene Markenidentität mit der Übertragbarkeit auf weitere Standorte verbinden musste. Und mit «Make a Wish» für Shoppi Tivoli in Spreitenbach (2025) entstand eine interaktive Weihnachtsinstallation, die Besucher nicht nur dekorativ empfängt, sondern aktiv einbindet. Dieselbe Leistung, jedes Mal eine andere Rechnung.
Filialkonzept und Rollout über mehrere Standorte
Ein Konzept, das nur an einem Standort funktioniert, ist kein Filialkonzept. Sobald eine Marke expandiert, muss die Analyse zwei Dinge trennen: was überall gleich bleiben muss, damit die Marke wiedererkennbar ist – und was pro Fläche anders sein darf, damit der einzelne Standort trägt. Diese Unterscheidung ist Kopfarbeit, nicht Gestaltungsarbeit, und sie bestimmt die Kosten jeder weiteren Filiale.
Für die Sushi-Kette Negishi hat GALA Design drei Standorte realisiert: Winterthur (2022), Basel (2023) und den Hauptbahnhof Zürich (2025). Drei Flächen mit unterschiedlichem Grundriss, unterschiedlicher Frequenz und unterschiedlichem Gästeverhalten – eine Handschrift. Für Photo Vision Zumstein entstanden 2025 zwei Geschäfte, in Zürich und in Bern, jenes über zwei Geschosse. Beim Migrolino Hub in Spreitenbach (2024) war die Übertragbarkeit von Anfang an mitgedacht: Konsumumgebung, Signaletik und Designstandard wurden als System entwickelt, das weiteren Standorten als Grundlage dient. Solche Folgeaufträge sind ein belastbarer Beleg für strategische Vorarbeit – ein Konzept, das sich übertragen lässt, wurde vorher richtig analysiert.
Betriebskonzept für Gastronomie und Hospitality
In der Gastronomie entscheidet der Ablauf über die Atmosphäre, nicht umgekehrt. Bevor wir über Stimmung sprechen, rechnen wir mit Sitzplätzen, Bedienwegen, Küchenanbindung, Anlieferung und Stossbetrieb. Ein Betriebskonzept legt fest, wie viele Gäste ein Raum in welcher Zeit aufnehmen soll, wie sie geführt werden und wo das Personal arbeitet. Erst daraus wird ein Gastrokonzept, das im Alltag hält.
Die Aufgaben liegen weit auseinander. Negishi am Zürcher Hauptbahnhof (2025) arbeitet mit einer offenen Showküche, die das Handwerk sichtbar macht – in einer Lage, in der jede Verzögerung sofort auffällt. Nooch Barfi in Basel (2025) verbindet Streetfood-Küche mit Wohnzimmerflair, zwei Anforderungen, die sich in zwei schlauchförmigen Altbauflächen zuerst widersprechen. Marché Deitingen Süd an der A1 (2024) bedient Reisende in wechselnder Zusammensetzung über den ganzen Tag – und das in denkmalgeschützter Substanz. Beim Coop Restaurant in Aarau (2025) führen eine offene Raumstruktur, ein zentraler grüner Kern und flexible Sitzbereiche die Gäste, und die Cafeteria ZAHA der EPFL in Lausanne (2022) muss eine Mittagsspitze auf dem Campus auffangen, ohne dass Staus entstehen. Beim Boutique-Hotel La Senda in Zuoz lag unsere Aufgabe ganz auf dieser Ebene: Namen, Storyline und konzeptionelle Grundlagen für ein Haus ohne klassische Rezeption – die gestalterische Ausarbeitung entstand gemeinsam mit Bauherrschaft und weiteren Gestaltungspartnern.
Bedarfsanalyse und Flächenkonzept für Büro und Arbeitswelt
Im Büro ist die Analyse eine Frage der Belegung. Wie viele Menschen arbeiten wann tatsächlich vor Ort, wie viel davon konzentriert, wie viel im Austausch, wie viel im Kontakt mit Externen. Eine Bedarfsanalyse macht diese Verteilung sichtbar und übersetzt sie in ein Flächen- und Zonenkonzept: Arbeiten, Rückzug, Begegnung – in einem Verhältnis, das zur Organisation passt und nicht zu einer Mode.
Für Westhive Zug entstand ein Coworking-Raum, in dem verdichtete Arbeitsplätze und offene Begegnungszonen nebeneinander bestehen und der Betreiber die Fläche jederzeit neu belegen kann – vom einzelnen Startup bis zum Projektteam. Die Zonierung ist hier die eigentliche Planungsleistung. Das 007 Private Office liegt am anderen Ende der Skala: ein Büroumbau für eine kleine, klar umrissene Nutzergruppe, bei dem Diskretion und Privatsphäre die Anordnung der Räume bestimmen. Zwei Aufträge, dieselbe Leistung, gegensätzliche Ergebnisse – weil die Bedarfsanalyse zu einem anderen Schluss kam.
Unser Vorgehen: von der Standortanalyse zur Entscheidungsgrundlage
Unsere Beratung folgt fünf Schritten, die aufeinander aufbauen und einzeln abgeschlossen werden. Sie sind für einen Laden, ein Restaurant und ein Büro dieselben – nur die Kennzahlen dahinter wechseln.
Standort: Lage, Umfeld, Frequenzen und Kontext als äussere Rahmenbedingungen. Bedarf: Anforderungen, Zielgruppen und betriebliche Bedürfnisse aus Sicht von Betreibern, Mitarbeitenden und Gästen. Nutzung: Flächen, Funktionen und Beziehungen, geprüft auf Effizienz, Flexibilität und langfristige Nutzbarkeit. Identität: die Übersetzung von Inhalt, Haltung und Marke in eine räumliche Identität. Realisierung: die Prüfung des Konzepts auf räumliche, technische und betriebliche Umsetzbarkeit.
Am Ende steht kein Stimmungsbild, sondern eine schriftliche Grundlage: Nutzungskonzept, Flächenbewertung, benannte Chancen, Risiken und Zielkonflikte sowie eine Empfehlung zum weiteren Vorgehen. Wer danach weiterbaut, geht mit derselben Grundlage in Konzeption und Entwurf und anschliessend in die technische Planung und Umsetzung, ohne die Ausgangsfragen ein zweites Mal stellen zu müssen.
Strategische Beratung für Innenarchitektur in Zürich
GALA Design arbeitet von der Hardturmstrasse in Zürich aus – für Projekte in der Stadt und weit darüber hinaus, von Gstaad über Aarau und Spreitenbach bis Lausanne, Basel und London. Die Nähe zum hiesigen Markt hilft bei der Einschätzung von Lagen, Frequenzen und Mieterwartungen; die Projekte ausserhalb sorgen dafür, dass wir diese Einschätzung nicht mit Gewohnheit verwechseln.
Wer eine Fläche im Blick hat und wissen will, ob sie trägt, beginnt am besten mit einem Gespräch. Fünfzehn Minuten genügen, um die Zieldefinition zu klären und einzuschätzen, welche Analyse ein Projekt wirklich braucht – und welche nicht.
15-minütiges Intro-Gespräch zur Zieldefinition



